Angst und Angststörungen sind Schutzfunktionen

Angst und Angststörungen sind Schutzfunktionen

Inhalt

Angst, Angststörung oder Furcht haben viele Menschen. Sie ist jedoch unterschiedlich ausgeprägt. Die Angst-Symptome sind unterschiedlich und auch der Umgang mit Angst bzw. Furcht ist sehr individuell.

Ängste und Angststörungen haben eine Anzahl von Auslösern. Sie treten also in unterschiedlichen Situationen auf und weisen uns teilweise auf drohende Gefahr hin. Deshalb ist Angst oder eine Angststörung oftmals auch eine Schutzfunktion. Dennoch beeinträchtigen sie das Leben teilweise in hohem Ausmaß.

Angst und Angststörungen – Arten und Symptome

Es gibt verschiedene Arten von Angststörungen bis hin zu Angsterkrankungen. Zu ihnen gehören u. a. folgende:

Angststörungen zeigen sich u. a. durch Schwindel, Kopfschmerzen, Atemnot, Herzrasen, Zittern und Magen-Darm-Beschwerden.

Auslöser von Angst können an bestimmte Orte oder räumliche Situationen gebunden sein. Diese sind z. B. öffentliche Plätze, Menschenansammlungen, U-Bahnen, Kinosäle und Supermärkte.

Klaustrophobie

Sie tritt in Umgebungen auf, in denen Betroffene Angst vor zu vielen Menschen oder der Enge auch in kleinen Räumen wie Aufzüge und Umkleidekabinen haben. Ängste äußern sich dann unterschiedlich. Sie reichen von starker Unsicherheit, Beklemmungsgefühl, innere Unruhe bis ins Unerträgliche und der Drang, sofort den Ort verlassen zu müssen. Manchmal ist eine regelrechte Flucht der einzige Ausweg.

Soziale Phobie

Bei der sozialen Phobie haben Betroffene Angst vor Menschen bzw. sozialen Kontakten. Der Auftritt vor einer größeren Menschengruppe bereitet ihnen flatternde Knie sowie die Begegnung mit unbekannten und weniger vertrauten Menschen. Auch Essen in Gesellschaft bringt ihnen Unbehagen; sie fürchten sich davor, zu versagen und sich in aller Öffentlichkeit zu blamieren. Die Symptome hierbei sind oftmals:

  • Innere Unruhe
  • Angespanntheit
  • Besondere körperliche Symptome wie Schwitze, Zittern, Übelkeit, starkes Herzklopfen sowie Harndrang.

Außerdem kreisen die Gedanken ständig um das eigene mögliche Versagen.

Lies hierzu mehr.

Zwangsstörung

Betroffene führen zwanghaft immer wieder die gleichen Rituale aus. Teilweise haben sie beunruhigende Gedanken und finden keinen mentalen Weg heraus. Obwohl sie wissen, dass ihre Handlungen und Ängste irrational sind, bekommen sie jedoch ihr Denken und Handeln nicht in den Griff. Sie sind regelrecht geplagt von Unruhe und Ängsten. Das sorgt für einen inneren Druck. Eine solche Störung kann sich z. B. in folgenden Zwängen äußeren:

  • Waschzwang
  • Kontrollzwang
  • Wiederholungszwang
  • Ordnungszwang
  • Sammelzwang (Messie-Syndrom)

Hypochondrie

Hypochondrie ist eine starke Angst, krank zu sein oder krank zu werden. Oftmals werden die körperlichen Symptome über- und fehlinterpretiert. Die Gedanken kreisen dauerhaft oder in Schüben um diese Angst vor Krankheit bzw. dem Schlimmsten. Viele Betroffene suchen ärztliche Hilfe. Gründe für diese Angst bzw. Angststörung können bestimmte Lebensereignisse, traumatische Erlebnisse sein wie z. B. sexuelle und körperliche Misshandlungen, kriminelle und familiäre Gewalt, Kriegserlebnisse, Naturkatastrophen oder schwere Unfälle. Hinzu kommen begünstigende biologische und erbliche Faktoren oder vorliegende seelische oder körperliche Erkrankungen. Nicht selten haben Betroffene auch Albträume und erleben darin schlimme Situationen immer und immer wieder. Solche Albträume können weitere Ängste auslösen.

Es gilt die Ursache zu finden und Schritt für Schritt der Sache auf den Grund zu gehen. Wenn Du Unterstützung dabei brauchst, melde Dich bei mir.

Generell sind Menschen, die mit Angst, Angststörungen oder Furcht zu tun haben, besonders wachsam und immer in Alarmbereitschaft. Daher schlafen sie schlecht, was zu Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit und Impulsivität führt. Sie reagieren stark auf Reize, die sie an das Geschehen erinnern etwa Gerüche, Geräusche und Bilder. Viele vermeiden Situationen, Orte oder Menschen, die in Verbindung mit dem Erlebten stehen. Nicht selten können auch weitere (sekundäre) Folgen eintreten wie z. B.

  • vermindertes Selbstwertgefühl durch die negativen Gedanken und Stimmungen
  • Schuldgefühle oder das Empfinden, schwach, ohnmächtig oder wütend zu sein.

Manche Menschen durchleben ein Trauma auch immer wieder. Das ist sehr belastend, da oftmals Erinnerungen auftauchen, die mitunter so stark sind, als ob Situationen und Ereignisse erneut passieren.

Generalisierte Angststörung

Bei einer generalisierten Angststörung ist die Angst und Sorge allgegenwärtig. Ständig geht es dabei darum, dass einem geliebten Menschen etwas zustoßen oder etwas Schlimmes passieren kann. Dies kann sich auf Arbeit, Finanzen, Ehe, Freundschaften und Familie auswirken. Typische Symptome sind: Ruhelosigkeit, ständig „auf dem Sprung sein“, leichte Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder Leere im Kopf sowie Reizbarkeit.

Behandlung von Angst und Angststörungen

Es gibt Fälle, da ist es ratsam, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen. Um Angst oder Angststörung zu behandeln, muss erst einmal eine Anamnese durchgeführt werden, um die Rahmenbedingungen und Vorprägungen eines Menschen umfassend zu betrachten.

Als Behandlung können verschiedene Maßnahmen hilfreich oder unterstützend sein:

  • kognitive Verhaltenstherapie
  • Medikamente
  • Sport
  • Meditation
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung

Zusätzlich kannst Du selbst etwas tun, um die Symptome etwas zu mildern oder Deine Angst in den Griff zu bekommen. Es ist dabei wichtig, dass Du Dir Zeit nimmst und Schritt für Schritt vorgehst. Gerade bei Panikattacken ist es zudem wichtig, dass Du aus Erfahrungen lernst: Mach Dir klar, dass Dir nichts Schlimmes passieren wird. Du wirst nicht in Ohnmacht fallen, keinen Herzinfarkt bekommen. Bei sozialen Ängsten übe vorm Spiegel und vorm Partner, Freunden und vor der Familie zu sprechen und in ihre Augen zu schauen. Des Weiteren kannst Du Dich Selbsthilfegruppen anschließen.

Warum sind gesunde Grenzen wichtig?

„Gesunde Grenzen“ ist ein sehr wichtiges Thema, das oft vernachlässigt wird. Viele Menschen leiden unter chronischen Erkrankungen, die auf eine mangelnde Fähigkeit zurückzuführen sind, gesunde

Read More »

Warum fühlen wir uns verletzt?

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte. Und jeder Mensch hat auch seine eigenen inneren Verletzungen. Verletzungen können sehr schmerzhaft und auch emotional sehr belastend sein.

Read More »