Messie-Syndrom - Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Messie-Syndrom

Inhalt

Dauerhaftes Chaos und Unordnung im eigenen Zuhause oder auch im Arbeitsumfeld kann auf ein Messie-Syndrom hinweisen. In dem Begriff „Messie“ steckt der englische Ausdruck „mess“ = Unordnung, Chaos, Durcheinander.

Es geht dabei auch um fehlende Strukturen und Regeln. Das Ganze wird zudem in Zusammenhang mit Kaufsucht, Sammelsucht oder einem Zwang „Dinge zu sammeln“ gebracht. Dabei kann es sogar so weit gehen, dass das Chaos überhand nehmen kann. Es gerät außer Kontrolle und die betroffenen Menschen verlieren den Überblick. Menschen mit Messie-Syndrom können auch Ängste oder Angststörungen aufweisen. Weitere Symptome und Auffälligkeiten gibt es im Folgenden.

Messie-Syndrom Symptome

Menschen mit Messie-Syndrom sammeln Vieles und können Gesammeltes nicht mehr loslassen. Gegenstände werden zwanghaft gesammelt, sodass in den Räumen wenig bis keine Ordnungsstruktur zu erkennen ist. Vor der Haushaltsführung sind sie permanent überfordert, das zu einer vollständigen Vermüllung der eigenen Wohnung oder Hauses führen kann.

Damit einhergehen weitere Symptome oder Probleme: Menschen mit Messie-Syndrom gehen oft in eine soziale Isolation. Betroffene vermeiden Einladungen und brechen Kontakte ab. Sie grenzen sich ab und haben gleichzeitig Angst vor diesem Zustand. Sie kaufen oftmals immer mehr Dinge, die sie nicht unbedingt benötigen und klammern sich daran. Gleichzeitig halten sie an Geschenktem und Gekauften fest, wenn sie damit eine Erinnerung verknüpfen, die sie nicht verlieren wollen bzw. die nicht verschwinden soll. Gerade ein Kaufzwang kann zudem positive Gefühle bei den Betroffenen auslösen.

Menschen mit Messie-Syndrom können außerdem unter unterschiedlichen Ängsten und großen Anspannungen leiden. Sie sind wenig entscheidungsfähig und fühlen sich teilweise innerlich zerrissen.

Sucht oder Angst als Ursache für das Messie-Syndrom

  • Die Angst, verlassen zu werden: Alle Menschen verbinden mit Dingen, die sie sich kauften, geschenkt bekamen oder fanden, Erinnerungen. Ein Mensch, der sich ungeliebt fühlt, sei es in seiner gegenwärtigen Situation oder in seinem gesamten Leben, klammert sich an solche Gegenstände, die in ihm positive Gefühle auslösen. Wenn er jetzt etwas wegschmeißt, fürchtet er, die angenehmen Gefühle zu verlieren, die mit der Erinnerung verbunden sind.
  • Misslungene Trauerarbeit: Menschen, die einen Tod oder eine Trennung nicht verarbeiten, können das Syndrom entwickeln. Wie in einem Museum horten sie die Dinge der Ex-Freundin/des Ex-Freundes oder die persönlichen Gegenstände des Vaters/der Mutter. Auch ein Umzug in eine fremde Stadt kann diese Störung ebenfalls auslösen.
  • Manche Betroffene sind geizig. Sie denken, sie könnten alles, was sie haben, noch einmal brauchen. Der Eimer mit dem Loch könnte immer noch als Blumentopf dienen, der kaputte Kassettenrekorder ließe sich reparieren, und die Socken mit den Löchern können immer noch als Wischlappen dienen. So horten sie alles als „Schätze“ und wachen eifersüchtig darüber, obwohl niemand anders den Müll haben möchte. Wenn jemand in ihrer Abwesenheit klar Schiff macht, hassen sie ihn wie einen Dieb, der ihr Konto plündert. Solche Menschen sind auch in Beziehungen meist sehr besitzergreifend.

Trauma und Bindung

Messies litten als Babys oder Kleinkinder oft darunter, dass ihre Eltern ihnen nicht die Aufmerksamkeit schenkten, die sie so dringend benötigten. Jetzt bauen sie emotionale Beziehungen zu Gegenständen auf, um dieses fehlende Urvertrauen zu kompensieren. Die Dinge haben dabei den Vorteil, dass sie nicht weglaufen können.

Doch manchmal ist auch das Gegenteil der Fall: Einige Leidtragende haben eine sehr starke und liebevolle Bindung zu ihren Eltern und kommen nicht damit klar, ein eigenes Leben aufzubauen. Wenn sie als junge Erwachsene in ihrer eigenen Wohnung leben, umgeben sie sich mit Gegenständen, die ihnen Halt in einer unsicheren Welt versprechen.

Behandlung und Hilfe für Menschen mit Messie-Syndrom

Eine Verhaltenstherapie hilft, die Unordnung in den Griff zu bekommen. In der Verhaltenstherapie lernt der Betroffene zum Beispiel, Tagespläne zu erstellen und diese einzuhalten. Wichtiger ist jedoch, mit dem Messie zusammen in seine Wohnung zu gehen, die Angst zuzulassen, dann mit ihm gemeinsam Dinge wegzuschmeißen und danach mit ihm darüber zu reden, wie er sich jetzt fühlt.

Wie bei jeder Verhaltenstherapie zu Zwangsstörungen geht es zunächst nur darum, den Zwang zu erkennen und auszuhalten, zum Beispiel durch einen Wechsel der Perspektive, indem der Betroffene sich selbst aus der Distanz sieht.

Der Austausch in einer Selbsthilfegruppe, in der Gleichgesinnte über ihre Erfahrungen berichten und sich gegenseitig unterstützen, hilft vielen Menschen mit dem Messie-Syndrom. Um die vermüllte Wohnung zu entrümpeln und für einen geordneten Neuanfang vorzubereiten, gibt es eine Reihe von Entrümpelungsunternehmen, die sich auf Messie-Wohnungen spezialisiert haben. Denn erst wenn das innere und das äußere Chaos aufgeräumt werden, können Messies in ein neues Leben starten.

Hast Du Fragen oder benötigst Du Unterstützung? Gerne begleite ich Dich dabei, Dein inneres und äußeres Chaos zu ordnen.

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